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Carbon toleranz

tka1976

monster
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Mahlzeit,
ich weiss es gibt keine richtige Antwort und deshalb frage ich die Radler mit Erfahrung.

Wie tolerant ist Carbon bei der Befestigung in den Drehmoment Angaben.
Ich frage deshalb, da ich meine Carbonsattelstange( Ritchea WCS) fälschlicherweise mit 6 NM anstatt der vorgesehene 5 NM kurzzeitig festgeschraubt habe.
Und wenn man hier liest ist das fast so als würde man bei Googl nach Kopfschmerzen suchen, mit dem Ergebnis, das man einen Hirntumor hat und man gestern Tod ist.

Jetzt kommen bestimmt wieder welche die sagen" ohohoh".

Deshalb mal die Frage an diejenigen, die auch mal zuviel gegeben haben und wo nichts sofort kaputt gegangen ist und sie trotzdem dann mit dem Teil gefahren sind.
Wie ist da die Erfahrung? Hielt es oder kamen später Risse? Oder war gar nichts?
 
Mach Dir keinen Kopf! ;)
Zumal - ich denke Du sprichst von der Sattelstütze - die alle mit 55 in lbs angegeben sind. Das sind 6.2 nm.
 
Servus,

ich kenne als Angabe immer ein von- bis Bereich. Sattelstütze z.B. 3-5 Nm. Ob die Schelle nun gleich bei 6 Nm sprengt wird dir wohl leider keiner beantworten können.
Ich würde die Schelle wieder lösen und mit dem vorgegebenen Wert anziehen.
 
Die halbe Welt fährt doch mit zu hohen Drehmomenten und fällt nur ausnahmsweise tot um ;)
Alles, was man heute kaufen kann, ist laut Gesetz auch auf den sog. "naheliegenden Fehlgebrauch" optimiert, also z.B. wenn der Käufer was falsch aber naheliegend zusammenschraubt oder Schrauben ein bisschen zu fest reindreht.

Ob jetzt in deinem konkreten Einzelfall schon was kaputtging, das kann man natürlich nicht sagen, es ist aber extrem unwahrscheinlich.

Bzgl. Drehmomenten sind Drehmomentschlüssel sowas wie gefährliches Halbwissen. Erstens sind die nicht unbedingt genau. Die billigen zeigen durchaus 1-2Nm mehr oder weniger als richtig ist. Zeitens, wenn man blind ein vorgegebenes Drehmoment schraubt, kann es durchaus zu fest oder lose sein. Die beste Lösung ist meiner Meinung nach, zumindest bei den kleinen Schrauben an Sattelstütze und Vorbau: Erst gefühlvoll anziehen, bis das Konstrukt fest sitzt. Dann das Drehmoment prüfen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das Drehmoment der Schraub dann noch unterhalb der 3Nm-Marke. Dann kann man halt zur Sicherheit noch auf 3-4Nm festziehen. Das Maximum der Herstellervorgabe braucht man nur im Ausnahmefall.
 
Jetzt kommt der Klassiker: Dein Rahmen ist Schrott, den kannst Du nur noch entsorgen. Schick ihn mir einfach, ich mach das für Dich. Anbauteile kannst Du dran lassen, dann ist es weniger Arbeit für Dich, schick mir also einfach das ganze Rad. Für meinen Aufwand musst Du auch gar nicht viel bezahlen, ich schicke Dir gleich per PM Deine zu tragenden Kosten, Kontonummer & Adresse. :)
 
An der Stelle ist das Material ziemlich tolerant, zumindest der Rahmen. Zuerst dürfte die Sattelstütze einen Knacks bekommen, dann zerreißt es die Schraube. Ungefähr so in der Reihenfolge. ;)
Dem Willi kannst du das aber ruhig so mit abgerissener Schraube schicken, er verlangt da keinen extra Aufpreis. :D
 
Empfehlen kann ich nur, sich einmal ein abgeschnittenes Stück eines Carbon-Gabelschaftes (konstruktiv einer Sattelstütze nicht unähnlich) zu besorgen. Das schneidet man in etwa 2 cm breite Ringe und damit macht man dann Experimente (in Schellen zwingen, im Schraubstock verformen, mit Kegeln versuchen aufzuweiten, etc) durchführen bis zum Materialversagen (Bruch).
Ich verspreche Euch, dass mit diesen Erfahrungen das Vertrauen des "Forschers" ins Material wächst und ein damit erfahrener Carbonrahmennutzer niemals wieder eine Frage wie die oben gestellte stellt.
 
Ich verspreche Euch, dass mit diesen Erfahrungen das Vertrauen des "Forschers" ins Material wächst und ein damit erfahrener Carbonrahmennutzer niemals wieder eine Frage wie die oben gestellte stellt.

Ich hab ein bisschen mit den abgesägten (nach dem ablängen) Teilen eines Canyon- und eines Specialized Carbongabelschaftes sowie mit dem abgesägten Teil einer Procraft Carbonsattelstütze rumexperimentiert. Ich konnte diese Dinger, eingespannt in einen Vorbau bzw. Sattelklemme+Alurahmen, nicht knacken, egal wieviel Drehmoment ich auf die Schrauben gegeben hab - bis an meine Maximalkraft (mit 30cm Hebel). Dann hab ich die Carbonteile halb durchgesägt und nochmal probiert, wieder nichts. Zuviel Klemmkraft plus zunehmende Materialermüdung während jahrelanger Nutzung führt sicher zu schnellerem Verschleiß, aber in realistischen Situationen ist das ganze Thema eher zu vernachlässigen.

Ich hab auch eine aussortierte Scott-Carbongabel als ganzes versucht zu zerstören. Nicht so einfach, nicht so einfach ;) Dann hab ich wieder an verschiedenen Stellen etwa zur hälfte ins Material gesägt. Letztendlich hab ich die geschundene Gabel, in einem Anfall von Wahnsinn, in ein Rad eingebaut und bin damit etwas rumgefahren. Bei Vollbremsungen hat es laut geknackt, da wurde ich vorsichtig und hab die Gabel, die nicht versagt hat (!) dankbar an die Wand gehängt, nur so als Reminder. Versuch macht schlau, sagt man. Das Carbonzeugs ist schon ne wucht, da muss man sich echt nicht so viele Gedanken machen. Zumindest neues Zeug kriegt man nicht schnell kaputt.
 
Das schneidet man in etwa 2 cm breite Ringe und damit macht man dann Experimente (in Schellen zwingen, im Schraubstock verformen, mit Kegeln versuchen aufzuweiten, etc) durchführen bis zum Materialversagen (Bruch).
Sowas in der Art hab ich mal mit den Reststück von kürzen des Gabelschafts gemacht. Danach hatte ich deutlich mehr Vertrauen in mein erstes Plasterad.
 
Was Carbon nicht mag, ist eine punktuelle Belastung.
Das Problem einer Carbonsattelsütze, das ich hier vor kurzem beschrieben habe, war die (Leichtbau-)Sattelstützenklemme, die die Klemmkraft nicht gleichmäßig auf die Stütze brachte. Beim Spannen wurde eine Seite der Klemme beim Schlitz stärker nach innen gebogen als die andere. Dadurch entstand ein Längsriss in der Sattelstütze.
 
Sowas in der Art hab ich mal mit den Reststück von kürzen des Gabelschafts gemacht. Danach hatte ich deutlich mehr Vertrauen in mein erstes Plasterad.
Ich auch - im Schraubstock habe ich es aber dann doch zerquetscht bekommen. :D:D

Seit ich den Unfall mit meinem Tarmac hatte, wo mir das Auto das Hinterrad um bestimmt 30 cm versetzt hat (ich saß im Sattel) und die Carbonprüfung ergeben hat, dass der Rahmen nicht beschädigt ist, ist mein Vertrauen in das Material auch sehr gestiegen.
 
Das hört sich gut an. Ich denke mal, das die Stabilität im Laufe der Jahre zugenommen hat.
Durch die ganzen älteren Beiträge war ich bis jetzt immer eher skeptisch, dem Carbon gegenüber.Vor allem bei den Kleinteilen.
 
ich hab mich auch lange gesträubt, aber im TT Bereich gibt es wenig sinnvolles anderes, bzw ist dann auch nicht billiger, Und ich muss sagen fährt sich gut so ein Carbonrahmen, aber an die Geräusche hab ich mich immer noch nicht gewöhnt. Klingt eben echt nach Plaste und da ist meine Intuition noch nicht up to date ;)
 
Was ich nur ekelig finde sind die Geräusche beim festschrauben/lösen.


Sonst keiner mehr da mit Erfahrungen?
 
[...] und die Carbonprüfung ergeben hat, dass der Rahmen nicht beschädigt ist, ist mein Vertrauen in das Material auch sehr gestiegen.
[...]
Durch die ganzen älteren Beiträge war ich bis jetzt immer eher skeptisch, dem Carbon gegenüber.Vor allem bei den Kleinteilen.
Da bekommt ja so langsam der Thread-Titel "Carbon-Toleranz" eine ganz neue Bedeutung!:D
 
Tja, leider gibt es wohl keine Erfahrungsberichte aus dem Alltag die darauf schließen lassen, dass irgendwelche Falschbehandlung mit Carbonteilen zu späterem versagen führen.
Bei den anderen Posts erkennt man halt das Carbon wohl doch wiederstandfähiger ist als sein Ruf.
 
Tja, leider gibt es wohl keine Erfahrungsberichte aus dem Alltag die darauf schließen lassen, dass irgendwelche Falschbehandlung mit Carbonteilen zu späterem versagen führen.
Du schaust nicht richtig hin. Selbstverständlich gibt es sehr viele veröffentlichte Erfahrungen darüber, dass eine Falschbehandlung zu Materialversagen führt. Nur wirst Du kein einziges verbürgtes Beispiel dafür finden, dass eine Klemmverbindung intakter Carbonbauteile auf Grund einer mit 20% zu viel Drehmoment angezogenen Klemme versagt, weil das Material diesen Bedingungen in jedem Fall standhält. Im Gegensatz dazu fahren im Alltag tausende Räder mit zu fest angezogenen Klemmverbindungen ohne Schaden. Da die Nutzer dieser Räder zumeist nicht wissen, wie stark die Klemmungen angezogen sind, gibt es dementsprechend auch keine Erfahrungsberichte. Diese "Überbeanspruchung" ist vom Konstrukteur berücksichtigt, denn der muss damit rechnen, dass die Klemmschrauben mit handelsüblichem Werkzeug oder Drehmomentschlüsseln mit großzügigem Toleranzbereich (Ein kalibriertes Top-Werkzeug von HAZET hat +/- 4%) angezogen werden. Eine Klemmung, die unter diesen Voraussetzungen versagt, ist falsch konstruiert.
 
Richtig. Deswegen wären Berichte von S0elbstschraubern super.
Gibt bestimmt viele schlechtgelaunte Fahrradmontuere die es mit Vorgaben nicht so genau nehmen. Und viele fahren bestimmt mit festgeknallten Schrauben rum.
Obwohl Unwissenheit auch ein Segen sein kann.
 
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