Und das hat
thefreddy zum Rollwiderstand unlängst zitiert:
http://www.rad-finisher.de/?page_id=301
Er hat genauso Messfehler drin wie jeder andere auch.
Dass die Unterschiede nicht ganz so extrem sind, habe ich auch schon vermutet.
Mit der neuen Messvorrichtung der Tour fallen diese auch nicht mehr so in Gewicht.
Trotzdem stellt die Tour gute Vergleichbarkeit her, die auch jeder in der Praxis mal durchtesten kann:
Ich fahre sehr oft die Conti GP 4000 S. In Verbindung mit einer aerodynamischen Haltung konnte ich bei vielen Radsportveranstaltungen problemlos an anderen Fahrern bergab vorbeirollen.
Nun habe ich mir Anfang letzten Jahres einen Vittoria Rubino Pro3 (150 TPI) gegönnt, ein
Reifen der eine feinere Karkasse hat als der 4000 S (110 TPI) und so eigentlich recht leicht rollen dürfte.
Der Test der Tour, die diesem
Reifen einen gut höheren Rollwiderstand bescheinigte, war mir egal.
Trotzdem stelle ich in der Praxis nun fest, dass ich nun deutlich größere Probleme hatte bergab an anderen Fahrern vorbeizurollen.
Der Grund ist banal, die feinere Karkasse nützt nichts, wenn großflächig dickes Gummi aufgetragen ist, das die Walkbarkeit des Reifens einschränkt.
Noch deutlicher wurde es aber bei einer Ausfahrt mit meiner Lebengefährtin, die gut 10 kg leichter ist als ich und eh nur Oberlenker (unaerodynamisch) fährt.
Ich habe ihr die guten
Michelin Pro2Race
Reifen (127 TPI) vor einiger Zeit geschenkt, mit denen sie sehr zufrieden ist.
Ich fuhr bei der Ausfahrt auf einem Conti GP hinten, ein
Reifen der nur halb so fein gestrickt (60TPI je Lage) und reichlich Gummi auf der Lauffläche hat.
Bereits bei leichten Abfahrten und das schon bei verhältnismäßig geringen Geschwindigkeiten *1 hat sie mich ständig überholt.
Da hat es mir auch nichts genutzt, mich so klein/aerodynamisch auf dem Rad wie möglich zu machen. Auch meine gut 10 kg Mehrgewicht haben nichts getaugt.
Die Reifendrücke waren natürlich bei beiden Rädern ans Fahrergewicht angepasst.
Ich hatte schon in früheren Trainingsaufzeichnungen die Auswirkungen von leicht und schwer rollenden
Reifen feststellen können.
1-2 kmh Schnitt weniger waren es dann schon in den gleichen Trainingsbreichen und auf gleichen Trainingstrecken.
Speziell bei langen Ausfahrten und Radmarathons merkte ich, dass mit den solideren
Reifen mehr Regenerationszeit nötig war.
Für den Alltag ist es natürlich völlig egal. Im Pulk spielt auch eher geschicktes Windschattenfahren eine Rolle.
Über gutes Training lässt sich ebenso mehr rausholen.
Aber der Einfluss ist auf jeden Fall vorhanden, die Test liefern zumindest eine gute Orientierung.
Wegen ein paar Watt muss man sich natürlich nicht streiten.
Reifen mit ähnlichen Karkassen(feinheiten) und ähnlichen Gummierungsdicken werden sich nicht grundlegend unterscheiden.
Du kannst aber davon ausgehen, dass so dicke Gummischichten wie bei den Plusreifen definitiv einen Nachteil bringen.
Der Supersport Plus läuft zudem auf einer gerade mal superbilligen 28 TPI Karkasse. So etwas haben Reifen der 10 € Klasse.
Der Supersport ist nicht anderes als der billigste Conti Rennreifen, Ultrasport, mit einer zusätzlichen dicken Gummischutzschicht.
Manchmal muss man sich bei der Preisgestaltung und bei dem Marketing der Reifenhersteller wirklich an den Kopf fassen ...
Der Conti GP4Season mit seiner 110 TPI Karkasse, dem Schweuer/Schnittschutz an den Flanken, den doppelten und sehr effektivem und leichten/flexibklen Vectranbreaker unter Lauffläche ist definitiv der
lohenswertere
Reifen.
Ansonsten kann er gleich x-beliebige Billigreifen für je 10 € nehmen und diese mit Proline Panneschutz (8€ für beide
Reifen und wiederverwendbar) ausstatten.
Das ist ebenso eine sinnvollere Lösung als der Supersport Plus. (SuperSPORTist der
Reifen sicherlich nur vom Trainingseffekt. SUPERhoch ist die Preisgestaltung.)
*1
Geringere Geschwindigkeiten: Wo die Unterschiede im Rollwiderstand eigentlich noch gar nicht so stark zum Tragen kommen.