Mag schon sein, dass Züge auch eine Rolle spielen, aber Panchon und meine Wenigkeit haben sich genügend mit STIs beschäftigt, um dieses Phänomen EINDEUTIG zu deuten. Ich leg mich da mal fest: es ist die Klinke auf dem kleinen Hebel, die verschlonzt/verharzt/was weiß ich ist. Das ist DIE typische Fehlermeldung dieser STI-Generation, angefangen beim 6400er bis hin zu RSX und RX 100. Die gute Nachricht noch mal: kaputt is da NIX ! und diese STI gehen auch nicht kaputt !!!(anders als die Nachfolgegeneration 9fach)
Weil ich gerade einen zur Hand habe und das ganze vor kurzem durchexerziert, möchte ich die bastlerische, 100prozentige - na was ? - LÖSUNG natürlich des Problems bzw. der Klinke darstellen, vielleicht auch zur Abschreckung. Für STI-Bastler, das sei angemerkt, ist das allerdings eher ein Grundschulproblemchen.
Was hier zu sehen ist, dokumentiert die ersten Schritte der Demontage eines solchen Hebels. Zunächst eine schlechte Nachricht: von vorne geht hier nix, auch deswegen, weil der Zug tief in den Mechanismus eingezogen ist und so die Trennung von großem Hebel und dem Gehäuseteil, das die Zugaufnahme enthält, verunmöglicht. Also müssen wir von hinten an den Mechanismus gelangen. Ich habe bei oben erwähnter RX 100-Bastelei den STI am Fahrrad gelassen, was natürlich Vor- und Nachteile hat, die ich im einzelnen nicht schildern will. Das hat aber zur Folge, dass man zuerst den Bremszug "entmachtet" und das berühmte Tönnchen Teil 2 herausnimmt, also Zug hinten ander Bremse lösen, je nach Platz etwas nach vorne schieben und dann raus mit dem Tönnchen aus seiner Aufnahme Teil 3. VORSICHT ! Das Dingelchen besteht aus gefühlten 100 Teilen (es sind nur 5) - aufpassen, dass keins verloren geht !
Nächster Schritt: Lösen des Hebels vom Griffkörper Teil 7. Zunächst die Madenschraube unten am Griffkörper lösen, aber nicht ganz rausdrehen - man erkennt sie unter dem Loch für die Achse Teil 6. Dann selbige Achse austreiben, Richtung egal. Das geht unterschiedlich gut, bei 9fachen war das manchmal ein Drama für mich, bei denen hier eher nicht, sodass ich keinen Grund sah, den STI vom Lenker zu lösen. Auch hier wieder Obacht: eine Feder befindet sich "um die Achse", und auf beiden Seiten des Teiles 3, nennen wir es mal Bremsaufnahme, befinden sich Kunststoffführungen für die Achse. Beim Zusammenbau muss man mit der Feder sorgsam umgehen, um sie wieder zu aktivieren. Sie sitzt auf dem Bild so, wie sie dann muss. Man schiebt den Hebel dann "von unten" in den Griffkörper, wobei die Feder unter Spannung gesetzt wird, sie wird zwischen den einzelnen Vorsprüngen des Griffkörpers gehalten. Die Achse 6 richtigrum einführen ! (Die Madenschraube muss in die runde Vertiefung greifen können !)
So, jetzt kommt ein Punkt, der evtl. alles verunmöglicht (meine Güte schon wieder dieses Wort, steht das überhaupt schon im Duden ?): Schraube 4 sitzt auf der zentralen Achse des Hebels 1 und verbindet Bremsaufnahme 3 mit jenem. Sie lässt sich wunderbar mit Shimanospezialwerkzeug 5 lösen... Weil das natürlich nicht jeder hat und wahrscheinlich auch kaum noch zu bekommen ist, sieht man unten bei 8 mein selbstgebasteltes Speze-ol w-zeug, was mir lange gute Dienste leistete, weil ich das oridschinole auch noch nicht hatte, hergestellt aus einem alten Stecheisen(passt übrigend auch für Kettenblattschrauben). Wenn die Bremsaufnahme von der zentralen Vierkantschraubachse abgezogen ist, haben wir obigen Befund. Übrigens Vierkantschraubachse: sie sieht zwar so aus, als gebe es jeweils 4, rumgedreht 8 !, Möglichkeiten des Aufsteckens, aber Pustekuchen ! Es ist nur die Hälfte, weil das Ding keineswegs - wie sagt man das ? - punktsymmetrisch (?), sondern nur achsensymmetrisch ist.
Um nun wirklich zum Kern der Schlamastik vorzudringen, ist es nicht mehr weit:
(Jetzt bitte nicht mit den Zahlen durcheinanderkommen, es geht jetzt im folgenden um Bild 2.)
Teil 6, eine Art Schmierstoffrückhaltefolie, abziehen. Dann haben wir wieder mit einer Feder zu tun, Teil 4. Sie stellt den kleinen Hebel zurück, ist derart idiotensicher eingebaut wie viele Teile bei STIs und macht überhaupt keinen Ärger. Sie sitzt hinter der Metallscheibe 5, in die sie unten eingehängt bzw. gespannt ist. Beim Einbauen legt man sie in Teil 1 - ihre Positionierung ist mehr oder weniger selbsterklärend - , schiebt Teil 5 drüber und kann sie bequem über die Schräge am unteren Ende dieses Teiles in ihren Hakensitz spannen.
So, jetzt muss noch Teil 2 - "hinterer Gehäuseabschlussring" - herausgenommen werden, und wir haben Zugriff auf den kleinen Hebel 3 mit JENER KLINKE, UM DIE ES GEHT. Jene Klinke muss zum Auslösen des Rückschaltvorgangs auf den ersten Millimetern der Hebelbetätigung von ihrer erhöhten Lage auf einem Metallnocken, der sich wiederum auf einer der vielen Scheiben im Inneren befindet, herunterkippen und eine andere Scheibe mit einem Haken dran, der auf die weiter vorne sitzenden Schaltklinken wirkt, antreiben. Man sieht sie hier oben am kleinen Hebel in der "Nickposition", dieser Hebel funktioniert. VORSICHT ! Beim Einbau muss die Klinke hochgestellt werden ("in Ausgangsposition"). Übrigens sollte man bei den letzten Schritten streng darauf achten, keine weiteren Teile nach hinten zu distanzieren, aber das ist eigentlich kein Problem. Bei dem angesprochenen RX 100 übrigens waren auch jene eben erwähnten vorderen Schaltklinken inaktiviert, aber sie sind bei dieser Demontagephase schon gut von hinten aus zu manipulieren (ich musste sie mit einem kleinen Schraubenzieher etwas reizen.).
Natürlich sollte jeder Schritt sehr bedacht erfolgen, vielleicht die vorgefundenen Zustände fotografiert werden und das ganze über einer Fläche geschehen, die einem das Wiederauffinden von - SCHWUPPS ! - und -BOING ! - vereinfacht. Aber wie gesagt, diese Generation ist eigentlich sehr gutmütig. Nun mag mich meine erworbene Erfahrung überheblich machen, und deswegen wäre es mein Herzenswunsch, wenn sich Panchon das alles noch mal durchliest, denn wenn hier jemand noch mehr Durchblick hat, dann ist es
Franz ! (Jetzt könnte ich seinen Benutzernamen hier verlinken - heißt das so ? - , aber compostertechnisch bin ich eine absolute Null. Was bin ich froh, dass das mit den Bildern halbwegs klappt)
Grüßlichst Andreasb
PS: die andere ..."Lösung" stinkt, die hier zwar auch, aber bei der rein chemischen Manipulation mit Caramba,
WD 40 oder was sonst - Wodka ? - geht´s da richtig zur Sache. Auch darüber weiß glaube ich Panchon mehr, ich hab das nie gemacht.