Das ist eine wichtige Erkenntnis. "Schief sitzen" kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer asymetrischen Körperspannung und weniger wahrscheinlich von einem anatomischen Defekt, wie Beckenschiefstand / Beinlängendifferenz / Skoliose. Ich würde aber Beidem nachgehen.
Ich meine genau das. Frag mal Deinen Vater, warum genau er das macht...
Gemäß meinen Erkenntnissen zu den komrimierten Nerven, helfen harte Liege- und Sitzgelegenheiten, den entstehenden Druck auf das umliegende Gewebe zu vermindern. Klingt paradox?
Die Stellen, mit denen man normalerweise sitzt oder liegt, sind neuronal allermeist unbedenklich. Sonst hätte jeder Mensch Probleme beim Sitzen oder Liegen. Legt / setzt man den Körper auf eine weiche Fläche, ergibt sich eine Vertiefung, wo der Druck auch seitlich auf das Gewebe einwirken kann. Das drückt dann u.ä. auch auf die Nerven. je weicher = je tiefer = je mehr Druck auch seitlich. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, kannst Du mit einem Daumen vertikal auf die Sitzfläche Deines Sattels drücken - richtig fest. Mit dem anderen Daumen versuchst Du seitlich das Polster gegen Deinen vertikalen Daumen zu drücken. Da ist richtig Wiederstand.
Ich habe Zeiten gehabt, da konnte ich nicht sitzen und nicht liegen. Habe viel probiert, letztendlich meine Couch neu gepolstert. Raumgewicht des neuen Schaumstoffs ist ~45 kg/cbm auf einem Brett. Da will außer mir niemand drauf liegen. Die neue Matratze im Bett hat 35 kg/cbm (nur Rollrost = fast keine Federung. Ein Standard-Lattenrost ist pures Gift, wissen die Meisten nur nicht.). 35 ist " ziemlich straff" und heilsam, zumindest für mich. Stühle sind billige Holzstühle von Ikea mit ca. 1cm weichem Schaumstoff als Auflage. Das ist genau richtig.
Ein geposterter Sattel, auf dem eine gepolsterte Radhose liegt, ergibt quasi unendlich viel Vertiefung / Kuhle. Paßt dann der Sattel nicht zu den Sitzknochen, ergibt sich jede Menge Druck auf die falschen Stellen = Weichteile.
Ein Fitting kann sicher hilfreich sein. Man sollte dabei aber bedenken, daß das primäre Ziel der Fitter (außer Geldverdienen) die beste Kraftübertragung und nicht unbedingt die beste Ergonomie ist. Habe vor einiger Zeit mal einen Bericht über ein Fitting gelesen, wo Druckmessungen auf einem Sattel gemacht wurden. Finde es leider nicht mehr). Das fand ich seeehr interessant. So was würde ich mir suchen.
Ich fahre am RR einen Carbonsattel, der mit dem Sommerposter halbwegs gut funktioniert. Die Winterhose ist eine Katastrophe.
An den Mtbs fahre ich die härtesten gepolsteren Sättel, die zu meinem Sitzfleisch passen, aber ohne Hosenpolster. Hab da viel Zeit und Geld investiert und es ist kein Ende abzusehen. Der Körper verändert sich....
Und noch einmal zur Relation: es gibt viele Fahrer, die fahren den falschen / unpassenden Sattel und haben kein Problem damit, weil ein gesundes, kräftiges Bindegewebe das kompensieren kann. Hat man ein schwaches Bindegewebe oder / und treibt die Belastung zu weit, können die beschriebenen Probleme entstehen.
9h Sattelzeit ist schon eine Hausnummer. Da sollte mann / frau sich sicher sein, daß wirklich alles paßt. Nach dem Urogenitalbereich kommt dann der Karpaltunnel...