Northwave Veloce Extreme im ersten Test. Northwave hat sehr viel Entwicklungsarbeit in den neuen High Performance Rennrad-Schuh Veloce Extreme gesteckt. Unter anderem hat Filippo Ganna seinen Input geliefert und den Schuh mitentwickelt. Die Italiener versprechen eine bessere Kraftübertragung bei gleichzeitig weniger Ermüdung. Wir sind schon vor der Präsentation mit den neuen Schuhen gefahren.
Northwave Veloce Extreme – Infos und Preise
Die neuen Northwave Veloce Extreme sind High Performance Rennrad-Schuhe, die sich in erster Linie an Rennfahrer und engagierte Amateure richten. Die spezielle Form der Carbonsohle mit einem asymmetrisch hochgezogenem „Heck“ an der Ferse, soll gleichzeitig die Kraftübertragung verbessern und die Muskelermüdung durch mehr Stabilität im Schuh reduzieren.
- High Performance Rennrad-Schuhe
- Entwickelt in Zusammenarbeit mit Filippo Ganna
- Powershape HT Sohle soll die Kraftübertragung und Stabilität signifikant verbessern
- Verschluss 2 x SLW3 Drehverschluss
- Lieferumfang Schuhbeutel, 2. Paar Einlegesohlen
- Besonderheiten Sohle Speedplay kompatibel
- Farben Weiß/Schwarz, Schwarz
- Größen 36 – 48, halbe Größen 39,5 – 45,5
- Getestete Größe 42
- Gewicht Testschuhe (Paar) 613 g (Größe 42, gewogen)
- Herstellungsland Italien
- www.northwave.com
- Preis (UVP) 399,99 €
Northwave Veloce Extreme – Details
Northwave bietet ein breites Spektrum an Rennrad-Schuhen an und rüstet schon seit vielen Jahren auch namhafte Rennfahrerinnen und Rennfahrer mit den eigenen Schuhen aus. Mt dem Veloce Extreme präsentieren die Italiener nun einen High-Performance-Schuh, der kompromisslos auf Leistung getrimmt wurde und sich in erster Linie an Rennfahrer und engagierte Amateure richtet.
Der neue Veloce Extreme wurde zusammen mit über 50 Athleten entwickelt und sehr intensiv auch unter Laborbedingungen indoor getestet. Unter anderem wirkte auch Filippo Ganna bei der Gestaltung des Veloce Extreme mit. Der Italiener fährt den Schuh schon seit einigen Monaten und war intensiv in die Entwicklung eingebunden.
Auffällig am neuen Design ist die komplett neue Carbonsohle mit der Bezeichnung Powershape HT. Das Kürzel „HT“ steht dabei für High Tail und weist auf das hochgezogene Heck hin. An der Ferse ist die Carbonsohle deutlich nach oben um die Ferse herum gezogen und bietet durch die asymmetrische Ausrichtung vorwiegend nach innen viel Stabilität. Zudem ist die Sohle auch am Mittelfuß auf der Innenseite leicht nach oben gezogen und unterstützt somit das natürliche Fußgewölbe.
Northwave will bei aufwendigen Messungen mit vielen unterschiedlichen Probanden herausgefunden haben, dass die neuen Veloce Extreme im Vergleich zur bisher verwendeten Sohle deutliche Verbesserungen hinsichtlich der Kraftübertragung und der Stabilität der Bewegung bieten sollen. Zudem soll die Ermüdung bei gleichen Belastungen deutlich reduziert worden sein.
Die Veloce Extreme sollen so viel Stabilität bieten, dass unkontrollierte Bewegungen beim Treten um 9 % reduziert werden konnten. Die maximale Leistungsübertragung soll um 4 % verbessert worden sein und schließlich gaben die Testpersonen bei den genau definierten Belastungstests Werte bezüglich der persönlichen Ermüdung an, die 15 % besser waren, als mit der bisher genutzten Sohle ohne die hochgezogenen Bereiche an der Ferse und am Mittelfuß.
Neben der neuen Carbonsohle zeigt sich der Northwave Veloce Extreme recht klassisch aufgebaut. Der Oberschuh besteht aus einem einteiligen Material mit einem lederähnlichen Finish, das hinter der Ferse vernäht ist. Am Fußspann kommt ein recht dünnes und deutlich flexibleres Material zum Einsatz. Die beiden Drehverschlüsse sind auf der Außenseite in den Oberschuh eingenäht und bieten eine feine Einstellung in beide Richtungen.
Northwave Veloce Extreme im Test
Wenn man den Northwave Veloce Extreme zum ersten Mal in die Hand nimmt, fällt einem sofort das recht hohe Gewicht auf. Mit 613 Gramm sind die Testschuhe genau 41 Gramm schwerer als die gleich großen Northwave Extreme Pro 3. Damit wären die Veloce Extreme in unserem kürzlich abgeschlossenen Test von 9 Performance-Rennrad-Schuhen klar die schwersten Schuhe im Test gewesen.
Das An- und Ausziehen erfolgt problemlos, sobald man den Dreh mit den Northwave-Drehverschlüssen raus hat. Zum Öffnen muss man nämlich die kleinen silbernen Haken permanent nach oben ziehen und gleichzeitig den Schuh „öffnen“ oder den Fuß nach oben ziehen, um aus den Schuhen herauszukommen. Mag kompliziert klingen, aber nach zwei, drei Versuchen klappt das problemlos und einfach. Der Bereich mit Überlappung geht weit nach vorn und so lässt sich der Veloce Extreme weit öffnen, um bequem einsteigen zu können.
Sitzt der Fuß an Ort und Stelle, lässt sich der Veloce Extreme über die beiden SLW3-Drehverschlüsse sehr einfach und genau an den eigenen Fuß anpassen. Wie für einen Performance-Schuh nicht anders zu erwarten, sitzt der Northwave sehr eng am Fuß, lässt den Zehen aber ausreichend Freiraum für angemessenen Komfort.
Nach dem Einklicken in die Pedale ist schon auf den ersten Metern zu spüren, dass die Carbonsohle den Fuß ausgezeichnet unterstützt. Sie ist im Bereich des Fußgewölbes weit nach oben gezogen und unterstützt dieses entsprechend gut. Der Sitz an der Ferse ist eng und bietet sehr viel Halt. Dass die Carbonsohle auf der Innenseite die Ferse teilweise umschließt, spürt man nicht direkt. Sehr wohl bietet der Northwave Veloce Extreme jedoch eine ausgezeichnete Stabilität beim kraftvollen Treten in die Pedale.
Die Sohle wirkt extrem steif und überträgt die eingesetzte Kraft sehr direkt und effektiv aufs Pedal. Ich bin die Veloce Extreme mit den 3 mm hohen Standard-Einlegesohlen gefahren und empfand die Passform als einwandfrei. Die 2 mm höheren SlimFit Einlegesohlen bieten eine gute zusätzliche Option, den Schuh vor allem am Vorfuß etwas enger zu machen. Auch der Komfort geht für einen Rennschuh absolut in Ordnung. Der Veloce Extreme machte auch bei langen Ausfahrten über drei Stunden keinerlei Probleme und lässt sich auch während der Fahrt sehr einfach über die Drehverschlüsse in beide Richtungen anpassen.
Northwave hat mit dem Veloce Extreme das Rad sicher nicht neu erfunden, denn ähnlich geformte Carbonsohlen mit viel Unterstützung für den Fuß bieten auch andere Hersteller an. Im Vergleich zum Extreme Pro 3 ist der Veloce Extrem jedoch ein klarer Schritt nach vorn. Der neue Top-Schuh der Italiener spielt damit in der höchsten Liga der Rennrad-Schuhe und kann in Sachen Performance, Passform, Kraftübertragung und Komfort voll überzeugen. Allerdings sind die Veloce Extreme mit 613 Gramm in Größe 42 für einen Schuh in dieser Leistungs-Klasse sehr schwer. Hier gibt es noch deutliches Verbesserungspotenzial.
Fazit Northwave Veloce Extreme
Northwave hat sehr viel Aufwand in Tests gesteckt, um zu zeigen, wie viel besser der neue Veloce Extreme als sein Vorgänger ist. In unserem Test lassen sich diese Angaben natürlich nicht überprüfen. Was sich jedoch sagen lässt ist, dass der Northwave Veloce Extreme ein High Performance Rennrad-Schuh auf sehr hohem Niveau ist. Egal, ob Passform, Kraftübertragung oder Verschlusssystem – das neue Northwave Spitzenmodell liefert und leistet sich eigentlich keine Schwäche. Wäre da nur nicht das hohe Gewicht von 613 Gramm für unser Testpaar in Größe 42. Das ist für einen Schuh in dieser Kategorie sprichwörtlich eine recht schwere Bürde, die sich nicht wegdiskutieren lässt. Wer jedoch damit leben kann, dürfte mit dem neuen Northwave Veloce Extreme wenig falsch machen.
Was sagt ihr zum neuen Northwave Veloce Extreme?
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