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Konkrete Konfliktsituationen im Verkehr

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An solchen Stellen (wenn bekannt) kann man rechtzeitig auf die Fahrbahn wechseln und direkt abbiegen/geradeausfahren. Ist absolut legal.
 
@Kaugirl hat da völlig recht: Jahrzehntelang war es nicht anders möglich, wirklich sicher Rad zu fahren, als dass man die STVO ( bis auf §1) weitgehend ausgeblendet hat. Das mag seit '98 legal besser geworden sein, es sind aber noch genug dieser künstlich eingerichteten Gefahrenpotentiale vorhanden.

Den Artikel der Huffington Post finde ich nicht einmal provozierend. Provoziert wird allenfalls der "Regel-Fetischist", der sich eigenverantwortliches Handeln nicht vorstellen kann.

Im Grunde ist es sogar der Versuch, das Verkehrs-Regularium vom Kopf wieder auf die Füße zu stellen, wenn vordergründig etwas plakativ gefordert wird "Rote Ampeln sollten nur noch für Autos gelten".

"Ampelverstöße" von allen nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern, führen nur selten zu Unfällen, sind aber ein "Aufreger", genauso wie "Beleuchtungsverstöße" - scheinbare und wirkliche - im Grunde nie zu den Unfällen führen.

Dafür aber die regelkonforme Benutzung von Bürgersteigradwegen z.B. prädestiniert für alle Arten von Unfällen sind, von glimpflich bis tödlich.

Provokant ausgedrückt: Die "Mortalitätsrate" unter nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern ist höher, je strikter die Verkehrsregeln befolgt werden, während konsequente Mißachtungen derselben nur geringe bis keine Gefahren für Leib und Leben darstellen.

Bei motorisierten Verkehrsteilnehmern verhält sich das komplett anders: Hier gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Regelverstößen und Lebensgefahr.

Im Einzelnen ist ganz gewiß so manches diskutabel, aber das sind dann nur noch die "Korinthen". Im Grunde haben die Autoren aber das prinzipielle Problem auf den Punkt gebracht: Die Verregelung des Verkehrs ist "Auto-gerecht" und nicht "Menschen-gerecht" gestaltet.
 
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"Ampelverstöße" von allen nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern, führen nur selten zu Unfällen, sind aber ein "Aufreger", genauso wie "Beleuchtungsverstöße" - scheinbare und wirkliche - im Grunde nie zu den Unfällen führen.
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Sehr fragwürdige These. Was bitte ist denn ein "Aufreger" ? Die Vorstufe zum Unfall ?
Meine Erfahrungen sind - hier in der Großstadt - vollkommen andere:
Wenn ich als Fußgänger bei Ampel grün davon ausgehen darf, daß alle anderen anhalten,
der Radfahrer aber eben dies nicht tut, dann gibt es einen Unfall. Oft.
Oder eben bestenfalls eine - vermeidbare - Konfliktsituation.
Wenn die Ampel für den Radfahrer nicht gelten soll, dann kann man sie eigentlich auch gleich weglassen
und die Fußgänger ihrem Schicksal überlassen.

Daß Beleuchtungsverstöße "im Grunde nie" zu Unfällen führen, ist starker Tobak.
Bitte mal eine Woche Praktikum in der Notfallambulanz des UKE Eppendorf machen.
Ein solcher durch "Beleuchtungsverstoß" verursachter Unfall zweier Radfahrer schaffte es hier unlängst
auf die Seite 1 des Boulevard-Käseblatts: Beide waren schwerstverletzt.

Ich bin für stärkere Kontrollen des nicht motorisierten Verkehrs, und Verkehrszeichen sollen bitte für alle
Verkehrsteilnehmer gelten.
 
@Sparkassendirektor : Mit "Aufreger" ist gemeint, dass solches Verhalten von so manchen Leuten als extrem negativ und vor allem gefährlich beurteilt werden, obwohl es real keinen echten Zusammenhang gibt.

Es ist in der Tat so, dass es keinen, wirklich keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Einhaltung von Beleuchtungsvorschriften ( bei Radfahrern) und Unfällen gibt, genauso wenig wie es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Unfallhäufigkeit von Fußgängern und die "Auffälligkeit der Bekleidung" gibt.
Auch wenn es nicht gefällt: Die zahlreichen Rotlichtverstöße von Fußgängern und Radfahrern führen in der Tat nur selten zu wirklich gefährlichen Situationen.

Ein Rotlicht nicht mehr zwangsweise beachten zu müssen, heißt ja nicht automatisch, sich nicht der Situation entsprechend verhalten zu müssen.
 
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Ein Rotlicht nicht mehr zwangsweise beachten zu müssen, heißt ja nicht automatisch, sich nicht der Situation entsprechend verhalten zu müssen.

Das stimmt. sicher.
Aber ein Rotlicht quasi als "Angebot" an den Verkehrsteilnehmer, sich der Situation entsprechend zu verhalten ?
Das kann nicht ernstgemeint sein.
In der gelebten Praxis sehe ich das eher umgekehrt:
Die meisten Verkehrsteilnehmer sind - wenn es um rücksichtsvolle und angepaßte Fahrweise geht - überfordert,
gerade weil es keine sichtbaren u. reglementierenden Verkehrszeichen bzw. Kontrollen gibt !
 
Warum sollte das so sein?? Mir drängte sich noch nie der Eindruck auf, dass der "artenreiche" Verkehrsschilder-Wald, den Straßenverkehr wirklich sicherer und angenehmer macht. Und dort wo man in dieser Hinsicht "abgerüstet" hat, ist die Unfallrate zumindest nicht gestiegen. Weniger ist oft mehr....

Und man darf auch mal seine ( auch die "gegnerischen") Mit-Verkehrsteilnehmer ganz nüchtern betrachten:

Auch wenn es mir selber manchmal so geht, weil man an einem Tag gleich einer ganzen Handvoll Idioten oder auch mehr, über den Weg gelaufen ist, dass ich eben nur noch diese deutlich wahrnehme: Die wirklich meisten Verkehrsteilnehemer - und völlig egal, womit sie unterwegs sind - verhalten sich eigentlich so, daß sie keinen anderen gefährden, vor allem nicht vorsätzlich. Die eigene Sichtweise ist da immer sehr selektiv. Aber wenn man mal am Ende des Tages, bei gesenktem Adrenalinspiegel, überschlägt, wie viele Rowdys einem begegnet sind und wie viele andere Verkerhsteilnehmer man begegnet ist, an einem vorbei gefahren sind, passiert hat und die sich vollkommen unauffällig verhalten haben...................


Das Grundproblem ist bleibt eben, dass die Verkehrsregeln eben "Auto-gerecht" sind und alle anderen Verkehrsteilnehmer dem motorisierten Verkehr untergeodnet sind......
 
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Das Problem im Verkehrsgeschehen sind ja auch nicht "die" Autofahrer", "die" Radfahrer oder "die" Fußgänger, sondern der allgegenwärtige Egoismus mit einhergehender Rücksichts- und Gedankenlosigkeit vieler Verkehrsteilnehmer jeder Art gepaart mit überholten oder schlicht falschen Ansätzen in der Verkehrswegeplanung.

Ich persönlich zähle zu jeder der o.g. Gruppen von Verkehrsteilnehmern, zusätzlich habe ich langjährige Erfahrung ebenfalls mit LKW und Motorrad im Verkehr genauso wie als regelmäßiger Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel. Dadurch bringe ich wahrscheinlich mehr Verständnis für den jeweils anderen mit, weil ich einfach deren Blickwinkel kenne/verstehe und hieraus ist auch ein eher defensives Verhalten im Straßenverkehr entstanden.

Trotzdem ärgere ich mich regelmäßig über einzelne aus jeder dieser Gruppen, weil ich deren Verhalten einfach rücksichtslos finde. Warum fährt der Rennradler, den ich eben mit Müh und Not endlich überholen konnte, an der nächsten roten Ampel an mir vorbei und stellt sich vor mich? Glaubt er wirklich, dass er auf der folgenden Bundes- oder Landstraße schneller ist als die Autos? Oder das bei starkem Gegenverkehr das überholen ach so einfach ist? Warum stellt sich der langsamste nicht einfach hinten an? Er ärgert sich selbst bei Nutzung eines Radweges doch vermutlich ebenso über bummelfahrende Familienausflügler, die sich an einer Ampel vor ihn schieben und er sie die nächsten Kilometer auf dem Radweg nicht sicher überholen kann.

Warum legt der Verkehrsplaner den Radweg zwischen Bushaltestelle und Haltebucht und führt ihn nicht hinter der Haltestelle vorbei? Warum schaut der aus dem Bus aussteigende nicht einfach mal kurz, was ihm beim kreuzen eines Verkehrsweges so entgegenkommen könnte? Warum schauen viele Fußgänger nicht mal nach hinten/vorne/links/rechts, sondern starren, durch Kopfhörer von der Umwelt abgeschirmt, stur auf ihr Smartphone?

Im Straßenverkehr läuft einfach so viel falsch, da kann man es einfach nicht auf einzelne Teilnehmergruppen herunterbrechen...
 
Es ist in der Tat so, dass es keinen, wirklich keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Einhaltung von Beleuchtungsvorschriften ( bei Radfahrern) und Unfällen gibt
Wenn du da noch irgendwo eine Ausnahme für Zweirichtungsradwege etc einflechtest sehe ich das ähnlich: unbeleuchtete Radfahrer, die tatsächlich so “vorfahrtslos“ fahren wie nötig, wenn man unsichtbar ist, die haben keine Unfälle mit KFZ. Das trifft auf die typischen ohne-Licht-Gehsteig-ich-bin-ein-Fußgänger-Radler mehrheitlich zu.

Sobald sie aber etwas Distanz zu Autos gewinnen knallt es regelmäßig, untereinander sowie mit Fußgängern.
 
Rote Ampeln für irgendwen als Wahlrecht hinzustellen, halte ich für den verkehrten Ansatz. Alternativ gibt es ja rechts-vor-links, Vorfahrt beachten oder Kreisverkehre als probate Mittel für diesen Verwendungszweck.

Eine rote Ampel sollte meiner Meinung nach eine rote Ampel bleiben. Die braucht schon eine verbindliche Bedeutung. Wer das will und meint, es in der konkreten Situation verantworten zu können, der kann sich darüber hinwegsetzen, muss dann aber auch bereit sein, eventuelle Konsequenzen zu tragen.

Ansonsten dürfen Radfahrer auf Radwegen in Deutschland auch bei Rot rechts abbiegen und mittlerweile auch ohne zu Halten geradeaus fahren, wenn die Ampel an einer Einmündung steht und von rechts keine Fahrbahn kommt. Das ist doch ausnahmsweise mal sinnvoll. Genauso wie Ampeln an wenig befahrenen Straßen, die nachts abgeschaltet werden.
 
Ansonsten dürfen Radfahrer auf Radwegen in Deutschland auch bei Rot rechts abbiegen

Auf meinem Büroweg habe ich ja für alles ein Beispiel ... Wohne ja wie die meisten in einer Radlhauptstadt. :D

Was macht man denn mit dieser Ampel wenn man regelkonform fahren möchte? Es gibt keine Haltelinie auf dem Radweg. Die Überführung um geradeaus weiterzufahren kommt aber erst nach der Rechtskurve (hinter der Treppe), dort gibt es auch eine Fahrradampel. Ich fahre unter der Ampel bei Rot nicht durch. Schliesslich kommen Fußgänger und Radfahrer von links, gibt es keine Radampel gilt die der Straße.



mittlerweile auch ohne zu Halten geradeaus fahren, wenn die Ampel an einer Einmündung steht und von rechts keine Fahrbahn kommt.

Hier aber nicht? Ok, ist auch keine Einmündung und der Knopf der Ampel liegt auch außerhalb des Radwegs. Wäre hier für den Radweg aber sinnvoll, denn wenn Ommi auf der linken Seite vom Friedhof losläuft, dauert das, bis sie alle 6 Spuren überquert hat.
 
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Wenn du da noch irgendwo eine Ausnahme für Zweirichtungsradwege etc einflechtest sehe ich das ähnlich: unbeleuchtete Radfahrer, die tatsächlich so “vorfahrtslos“ fahren wie nötig, wenn man unsichtbar ist, die haben keine Unfälle mit KFZ. Das trifft auf die typischen ohne-Licht-Gehsteig-ich-bin-ein-Fußgänger-Radler mehrheitlich zu.

Sobald sie aber etwas Distanz zu Autos gewinnen knallt es regelmäßig, untereinander sowie mit Fußgängern.

Man braucht das gar nicht weiter so "aufzudröseln". Tatsächlich gehört die "Mangelbeleuchtung" oder nicht vorhandene Beleuchtung bei Radfahrern nicht zu den typischen Unfallursachen - so oder so nicht. Nur die "öffentliche Wahrnehmung" ist anders: genau entgegengesetzt, zudem selektiv und vor allem nicht der Realität entsprechend.
Der "zwei-Richtungs-Radweg" selbst ist hingegen ein Unfallverursacher für sich. Die Unfallgefahr ist sozusagen "system-immanent". Und das meist tagsüber.
 
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Der "zwei-Richtungs-Radweg" selbst ist hingegen eine Unfallverursacher für sich. Die Unfallgefahr ist sozusagen "system-immanent". Und das meist tagsüber.
Vor allem, da Autofahrer nicht mit Verkehr aus der entgegengesetzten Richtung rechnen. Habe da auch eine Stelle, an der es fast täglich knallt und man dann noch beschimpft wird. Woher soll der Autofahrer das auch wissen?
 
Vor allem, da Autofahrer nicht mit Verkehr aus der entgegengesetzten Richtung rechnen. Habe da auch eine Stelle, an der es fast täglich knallt und man dann noch beschimpft wird. Woher soll der Autofahrer das auch wissen?
Dabei sollte man als Entgegenkommender ja eigentlich besser wahrgenommen werden können, weil man sich permanent bis unmittelbar vor dem Abbiegevorgang in Blickrichtung des Autofahrers befindet. Da finde ich persönlich gleiche Fahrtrichtung bei gleichzeitigem verdecktwerden durch parkende Lieferwagen, Bushäuschen etc. um einiges gefährlicher... Da bremse ich auch immer viel stärker ab und mach ein paar mal Schulterblick, um sicherzugehen, was da neben/hinter mir passiert. Ganz toll ist es dann, wenn das Auto ohne zu blinken das abbiegen anfängt. Da habe ich auch das erste Mal einen Autofahrer angebrüllt, der mich fast umgenagelt hat. Ich hatte ihn dann lautstark darum gebeten, mittels Blinker wenigstens seine Umwelt von seinen Absichten in Kenntnis zu setzen, damit wir anderen für ihn mitdenken können, wenn er schon nicht guckt, wo er hinfährt. Der hat sich dann aber auch ziemlich kleinlaut gefühlt 100x entschuldigt...
 
Dabei sollte man als Entgegenkommender ja eigentlich besser wahrgenommen werden können, weil man sich permanent bis unmittelbar vor dem Abbiegevorgang in Blickrichtung des Autofahrers befindet.
Nein, denn der Autofahrer schaut ja in dem Moment in eine andere Richtung. Und zwar entgegengesetzt da er nur von dort Verkehr erwartet. Im Zweifel setzt er seinen Abbiegevorgang weiter, und schaut dabei weiterhin nach rechts, damit man auch niemanden im toten Winkel übersehen hat. Von daher halte ich das für extrem gefährlich.
 
Man braucht das gar nicht weiter so "aufzudröseln". Tatsächlich gehört die "Mangelbeleuchtung" oder nicht vorhandene Beleuchtung bei Radfahrern nicht zu den typischen Unfallursachen - so oder so nicht. Nur die "öffentliche Wahrnehmung" ist anders: genau entgegengesetzt, zudem selektiv und vor allem nicht der Realität entsprechend.
Bei mir hat's mit den Vertretern zum Glück nur zu Beinaheunfällen (Ich mit Auto.) gereicht. Unbeleuchtet auf Gehweg oder auch gerne falsche Fahrtrichtung bei Einrichtungs-"Radfahrer frei". Und die sind dann meist auch schneller, als Fußgänger. Blöd, wenn die dann einfach an der Kreuzung rüberfahren. Wie kleine Kinder: "Wenn du mich nicht siehst, triffst du mich auch nicht." :rolleyes:
Der "zwei-Richtungs-Radweg" selbst ist hingegen eine Unfallverursacher für sich. Die Unfallgefahr ist sozusagen "system-immanent". Und das meist tagsüber.
Zweirichtungsradwege haben m.E. auch zwei Probleme. Das Eine: Wahrnehmung durch Autofahrer.
Das Andere: Über viele Jahre hat man den Radlern so beigebracht, Zweirichtungsradeln auf einem Weg ist völlig ok. Lange waren die meisten Radweg als Zweirichtungsradwege ausgeschildert. - Ändert sich ja innerorts langsam aber stetig.
Und so gurken hier massig Leute prinzipiell auf jedem Radweg in jede Richtung rum, egal ob das nun vorgesehen ist oder auch nicht. Würde ja oft sogar funktionieren. Nur fahren die häufig ganz selbstverständlich schön in der Mitte und erwarten, dass die Anderen Platz machen. Dass sie falsch unterwegs sind, ist ihnen anscheinend gar nicht mehr bewußt. - Ich kann's nicht wirklich nachvollziehen. Und ja, ich hatte dadurch schon einen Unfall. Mein Gegenüber (Geisterradler + unbeleuchtet) wollte einer Straßenlaterne ausweichen und traf ... mich. Gesehen habe ich den Kunden erst sehr spät, weil er auch noch durch Gestrüpp zum Großteil gut verdeckt war.

Halte mich ruhig für arg konservativ. Aber ich finde die Beleuchtungspflicht bei Dunkelheit durchaus nicht so unnütz. Radfahrer sind im Schnitt um Einiges schneller, als Fußgänger.
 
Nein, denn der Autofahrer schaut ja in dem Moment in eine andere Richtung. Und zwar entgegengesetzt da er nur von dort Verkehr erwartet.
Ja, in dem Moment des Abbiegens und (hoffentlich) unmittelbar davor schaut er woanders hin. Aber die ganze vorher schaut er doch (hoffentlich) nach vorne und kann (hoffentlich) erkennen, was da so passiert. Ich jedenfalls kriege beim Autofahren viel mehr davon mit, was vor mir passiert als hinter oder neben mir, einfach weil ich da hingucke, wo ich hinfahre. Und auch nie dermaßen spontan abbiege, dass ich nicht vorher schon mitbekommen hätte, was mir da so entgegenkommen könnte.
 
Ganz toll ist es dann, wenn das Auto ohne zu blinken das abbiegen anfängt. Da habe ich auch das erste Mal einen Autofahrer angebrüllt, der mich fast umgenagelt hat. Ich hatte ihn dann lautstark darum gebeten, mittels Blinker wenigstens seine Umwelt von seinen Absichten in Kenntnis zu setzen, damit wir anderen für ihn mitdenken können, wenn er schon nicht guckt, wo er hinfährt.
Viele Autofahrer blinken entweder gar nicht oder betätigen den Blinker nur noch mit einem Finger während des Lenkraddrehens. Dass das Blinken nicht anzeigen soll, dass man abbiegt, sondern vorher den Abbiegewillen anzeigen soll, scheint aus dem Bewußtsein Vieler entschwunden zu sein.

Auch immer wieder für eine Vollbremsung gut: Autofahrer sieht eine Parklücke, bremst heftig und überraschend bis zum Stillstand ab und blinkt dann, weil er einparken will. Ausparken ohne zu Blinken, ist ja auch meist die gelebte Praxis.
 
Ja, in dem Moment des Abbiegens und (hoffentlich) unmittelbar davor schaut er woanders hin. Aber die ganze vorher schaut er doch (hoffentlich) nach vorne und kann (hoffentlich) erkennen, was da so passiert. Ich jedenfalls kriege beim Autofahren viel mehr davon mit, was vor mir passiert als hinter oder neben mir, einfach weil ich da hingucke, wo ich hinfahre. Und auch nie dermaßen spontan abbiege, dass ich nicht vorher schon mitbekommen hätte, was mir da so entgegenkommen könnte.
Nein, das funktioniert so in der Praxis nicht. Kann ich anhand vieler Videoaufnahmen belegen. Wenn der Fahrer des PKW dort wartet dass der reguläre Radverkehr durchfährt schaut er zu 99% der Zeit nicht in Deine Richtung aus der Du kommst. Die meisten bekommen das nicht mit, dass ein Rad aus der vermeintlich falschen Richtung ankommt. Die konzentrieren sich auf den Verkehr von rechts und nicht von links, da von dort theoretisch auch nichts kommen kann / darf. Und sollte jemand von links kommen, dann ist er auch selbst schuld wenn er übersehen wird. ;)
 
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