Wo waren wir. Artern ca. 17:30 Uhr.
In Artern war an jenem Wochenende Zwiebelmarkt und somit waren alle Übernachtungsmöglichkeiten bereits vergeben. Dies bedeutete, dass wir weiter nach Osten fahren mussten, in der Hoffnung irgendwo doch noch etwas zu bekommen. Mit etwas Herumtelephoniererei ergatterten wir zwei Ferienzimmer im 10km entfernten Roßleben. Schließlich mit den letzten Sonnenstrahlen im Rücken flogen wir dort ein.
Roßleben, ach dieses Roßleben. Was kann man über dieses Städtchen schon erzählen. Eigentlich nix.
Unsere Herberge war die ehemalige „Mausefalle“, ein Suffloch in Ponderosa-Style. Nach dessem Ende diente das Objekt als Unterkunft für Kanuselbstbauer - viell so ein Selbsterfahrungs-Life-Balance-Müll.
Die nächste Futterstelle hatte wegen Geschlossener Gesellschaft zu und die einzige Pizzaria hatte noch Teig für drei Pizzen und das Fassbier sowie der Rotwein waren aus. Also gab es den Rest u.a. leckeres lauwarmes Apoldaer Spezial
aus der Flasche. Anschließend zog es uns in die einzige Spelunke von Roßleben mit dessen wundersamen Wirt Ronny. Das war das Highlight der ganzen Tour. Dass es so etwas noch gibt, unglaublich. Mit leichten physischen Ausfallerscheinungen, allmählich einsetzenden Erinnerungslücken und das teilweise Vergessen der feinen Kinderstube ging es je nach Zustand zeitlich gestafflelt ins Bett.
Am nächsten Tag stand die Heimreise an. Klärchen begrüßte uns mit ihrer vollen Kraft.
Der Radweg war auf einmal verschwunden und so landeten wir in der Nähe von Burg Wendelstein im Nichts.
Nach dem Wiederfinden des rechten Weges holperten wir nach Memleben und danach weiter nach Wangen. Der Nebel klebte noch auf den Feldern und in den Wipfeln der Bäume an den Berghängen. Das war so malerisch, man wollte ewig hier unterwegs sein.
In Wangen gab es Frühstück in Maria's Stübl mit Hausmannskost vom wortwörtlich heimischen Herd. Wenn das die Hygienetanten...egal...es hat vorzüglich geschmeckt.
Nach gefühlten fünf Metern nahmen wir kurz für Nebra die nächste kulinarische Auszeit - Kaffee, Federweißer, Kuchen. Dat musste sein. Anschließend folgten wir der Unstrut auf uns bereits bekannten Terrain.
Nächster Stopp war das am Fuße der Weinberge gelegene Freyburg. Landschaftlich ist es sehr schön, aber an jenem Tag störten die vielen Touristen die Idylle. Der Wein hätte besser sein können - viell Tourispezialcuvée??
Bis Großheringen zu viert danach zu dritt heitzten wir nach J. Erneut mit den letzten Spätsommersonnenstrahlen erreichten wir schließlich die heimischen Duschen.
Erkenntnisse:
- Die GP-Lösungen haben sich bewährt, es war ein deutlich angenehmeres Fahren.
- Mein GP war zu schmal. Die Tubus-Schnellspanner-Aufnahme hielt zwar einwandfrei, aber einige zusätzliche graue Haare beim Einbau gab es trotzdem. Bei einem
notwendigen Radaus-/einbau wär's zudem nervenaufreibend geworden.
- Das Kotter ist - logischerweise - nicht dafür ausgelegt so nen Teil dranbasteln zu können. Daher war der Schwerpunkt ziemlich weit hinten mit gefühlter Wheely-Gefahr.
- Das nach vorn Schieben der Taschen war nicht möglich wegen der großen Latschen. Wenn aber der Panzer samt Fahrer einmal rollte, war's OK. Über den schönen
Windschatten freuten sich die Kolleschen nicht nur einmal.
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- Der Unstrutradweg ist sehr empfehlenswert. Auch für kurze und längere Touren mit Kind und Kegel ist er sehr gut geeignet mMn. We'll be bäck!!
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- Der Ilmradweg fällt da etwas ab, zumindest die Teilstücke, die wir bis jetzt befahren haben.
- Die Leute in der Gegend sind ausgesprochen hilfsbereit, freundlich und z.T. - wie Ronny - etwas skurril.
Schee war's!!