... Für den qualitätsvollen Schnappschuss jedoch fehlt mir noch das passende Arbeitsgerät...
Das ist das Stichwort.
Vor einigen Jahren habe ich mir eine fast neue Nikon S9100 gekauft, die kompakt genug ist, dass sie überall dabeisein kann. Entscheidend für die Entscheidung war damals das Supertele (18x !!!). damals war mir das sehr wichtig, denn auf Reisen kann man oft nicht nah an die Details gehen, weil sie auf der anderen Seite des Tales sind oder weit oben auf dem Dach.
Dieser Apparat ermöglichte eine unbeschwerte Immer-dabei-Knippserei.
Irgendwann war aber der Objektivantrieb ruckelig und das Objektiv fleckig, so dass ich mich mit dem Thema Fotografie etwas näher beschäftigt habe. Dabei habe ich mir Gedanken gemacht, was ich wirklich will.
Und das ist:
- Eindrücke von Reisen und Radtouren wie in dem Moment empfunden einfangen - also Stimmung festhalten
- Motive zielgenau fokussieren, gute Farbwiedergabe, gute Belichtung
- also Einstellbarkeiten und RAW-Aufnahme zur ggf. erforderlichen Nachbearbeitung
- immer alles dabei
Ich habe mich dan wirklich einen ganzen Monat intensivst mit der Materie beschäftigt und habe mir dann eine Bridgekamera (Lumix FZ1000-2) geleistet. Die kann all das, was oben beschrieben ist. Sony RX100 hatte ich auch in der Hand, aber die hat mich von der Haptik her nicht überzeugt.
Trotzdem wollte ich die Nikon weiternutzen und habe sie reparieren lassen. Und ich verwende sie tatsächlich noch sehr häufig. Aber auf Touren überwiegen mittlerweile die Nachteile, denn der Fokus ist extrem lanxam, ich kann nicht zielgenau fokussieren und auch sonst sind die Einstellmöglichkeiten eher dürftig.
Es nervt einfach, wenn man auf Tour ist und hinterher am Bildschirm merkt, dass die meisten Bilder Müll sind, weil der Fokus nicht stimmt oder weil sie ganz verwackelt sind.
Deswegen halte ich auch schon wieder Ausschau nach einer Kompakten, die das kann wie die Lumix, nur nicht so groß ist. Denn die füllt die Lenkertasche fast voll aus und manchmal will ich RR fahren und da will ich nicht 1,5 kg am Lenker zerren haben. Im letzten Urlaub mit, Rad in F-Reich hatte ich immer grnügend große Taschen am Rad, nur für die Kamera. Außer einem Ersatzschlauch und einem Müesliriegel hat da nix mehr reingepasst.
Was ist nun wichtig?
- alles, was oben schon steht
- sie soll trikottaschentauglich sein
- Sensorgröße ist eigentlich Schnuppe, aber wichtig ist die ausgegebene Bildqualität. Also Farben und Stimmungen sollen schon "ab Werk" als JPG ordentlich sein.
- Seit ich die Lumix habe, benutze ich das Tele nur noch sehr selten. Also ist so ein weiter Telebereich gar nicht mehr so interessant, zumal man bei ausreichender Auflösung auch in der Nachbearbeitung noch die wichtigen Ausschnitte herausziehen kann.
RAW ist sozusagen die "Notreserve", um ein Bild noch zu retten. Aber die JPGs der Lumix sind schon ganz i.O. Anders gesagt: das direkt ausgegebene JPG ist meistens besser als das nach 5 Minuten bearbeitete RAW.
Ich will schnell gute Bilder machen und nicht stundenlang mit vorfokussierter Kamera warten, bis der Adler genau an der Stelle vorbeifliegt. Der Aufwand zur Nachbearbeitung soll minimal sein. Meine Zeit verbringe ich lieber aufm Radl, im Schrauberkeller oder hier im Forum.
Mein Eindruck ist, dass Neuerscheinungen bzw. Überarbeitungen von Kameramodellen ehr Verbesserungen bei der Videofunktion haben. Das ist für mich uninteressant. Von mir aus braucht die Knippse gar keine Videofunktion zu haben. In Fachartikeln wird immer wieder auf die Sensoren verwiesen, je größer, desto besser. Aber mMn kommt es mehr auf den Prozessor an und die Bearbeitung intern, die aus den Sensordaten das Bild errechnet.
Und so muss ich resümierend leider auch wieder feststellen, dass auch mir für den qualitätsvollen Schnappschuss immer noch das richtige Arbeitsgerät fehlt.