Der Waldweg wurde geräumt! Zum ersten Mal, seitdem ich zur Arbeit fahre, ist der Schneepflug durch den Wald gefahren.
Waaaas? Bei Euch werden die Waldwege geräumt?

Krass!
Hier in Aachen ist dann wohl das Kontrastprogramm. Gestern war ich echt bedient. Auf dem Heimweg hatte ich diesmal keine Lust auf Tiefschnee im Wald. "Fährste die Monschauer Straße raus", dachte ich mir.
Dazu muss man sagen, dass es sich bei der Monschauer Straße um die Hauptverkehrsstraße handelt, über die der Großteil des Eifelautoverkehrs fließt. Breite Fahrspuren, 70er-Schild und begleitender Radweg hinter der Leitplanke. Diese Straße wird so stark frequentiert, dass das Land die Straße gerne in beide Richtungen zweispurig ausbauen würde. Also: Hauptverkehrsader.
Ernüchterung meinerseits: Da wird kein Schnee vom Radweg geräumt. Tiefer Schnee mit tiefen Fußstapfen und ein paar Schlingerspuren von denen, die es aller Widrigkeit zum Trotz doch mit dem Rad in Angriff genommen haben. Respekt, wer das macht! Aber ich war diesmal nicht so leidensfähig. Ich wollte ja nur schnell nach Hause. Na klar: Ab auf die Straße. Die Straße war im allerfeinsten Zustand. Schneefreier Asphalt. Was will man mehr?
Ehe ich mich versehe, werde ich von links mit einer kompletten Ladung Salz zugeballert. Das Räumfahrzeug meint es gut mit mir und der Straße. Das geht echt nicht in meinen Kopf rein. Die schneefreie Straße bekommt eine neue Ladung Salz, während nebenan der Radweg im Schnee versinkt.
Ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich auf der gesamten Strecke, die ich hier auf der Straße gefahren bin, kein einziges mal angehupt, geschnitten oder unangenehm eng überholt wurde. Sehr rücksichtsvolle Fahrweise. Das hat mich echt erstaunt. Vielleicht lag es am Mitleid, vielleicht aber auch daran, dass die Fahrspuren wirklich sehr breit sind.
Kurz vor der Autobahnabfahrt Lichtenbusch kam mir dann ein Licht auf dem Radweg entgegen. Da war ich schon beeindruckt und sehr gespannt. Wie ich dann näher komme, sehe ich das traurige Bild. Ein Mann stapft durch den tiefen Schnee und schiebt dabei sein Rad. Das ist von dort ein noch langer, mühsamer Weg bis zur Stadtgrenze, wenn man sich nicht traut, mit den Haien zu schwimmen. Ja, liebe Stadt Aachen: So geht Radverkehrsförderung. Nicht.
Da ich an diesem Tag in einem anderen Radverkehrsanliegen die Stadtverwaltung angeschrieben hatte, im Mailkontakt mit der Radverkehrsbeauftragten stehe und eine sehr ernüchternde Antwort erhalten habe, muss ich sagen: Aachen braucht noch einen langen Atem auf dem Weg zu einer Stadt, in der man sich als Radfahrer ganzjährig willkommen fühlt.
Das andere Anliegen ist aber eine andere Geschichte. Vielleicht erzähle ich sie Euch die kommenden Tage.
Kommt gut durch den Freitag und sturzfrei ins Wochenende!